Norbert Schücking – auch mit 105 Jahren Naturfreund aus Leidenschaft

Ältestes Mitglied der Kreisjägerschaft Pinneberg in der Jagdgemeinschaft (fast) immer dabei

Seine Waffen sind längst eingemottet, von den Revierarbeiten ist er befreit. Doch Jäger Norbert Schücking aus Elmshorn, der jüngst seinen sage und schreibe 105. Geburtstag feierte, ist nach wie vor mit seinen Jagdfreunden unterwegs. „Die Jagdgemeinschaft Kölln-Reisiek hat mir einen zum Ansitz umgebauten Pkw-Anhänger begehbar gemacht, von dem aus ich das Wild beobachten kann. Das ist fantastisch!“ freut sich Schücking, der mit Sicherheit das älteste Mitglied der Kreisjägerschaft Pinneberg und wohl auch des Landesjagdverbandes ist.

Mittendrin in der Natur, statt nur dabei – das kennt Norbert Schücking seit seiner Kindheit im österreichischen Waldviertel, wo er mit seiner Familie in einer stillgelegten Wassermühle aufwuchs. Seine Schulzeit jedoch verbrachte er in Wien, Budapest und einem Internat im Harz. Mit dem Notabitur in der Tasche ging es für ihn direkt zum Wehrdienst.

Nach Kriegsende verschlug es ihn in den Norden. Inzwischen hatte er seine zukünftige Frau Gunda kennen und lieben gelernt, folgte ihr nach Elmshorn und absolvierte in der Baustoffhandlung ihres Vaters eine kaufmännische Ausbildung. Später ging er dann zunächst einmal in seiner Freizeit bei einem Freund als Treiber auf Jagden mit.

Dieser Freund ermutigte ihn: „Mach doch auch mal den Schein.“ Und im Jahr 1956 hatte er dann sein zweites, das „grüne“ Abitur in der Tasche. Was folgte waren wunderbare Zeiten, hauptsächlich in Kölln-Reisiek, aber auch in anderen Teilen Schleswig-Holsteins und einmal auch in Polen.

Die Hege und Pflege des Wildes stand dabei für Norbert Schücking immer an erster Stelle. Die ganzen Jahre lang entnahm er der Natur stets nur das geringe Tier. Selbst als er einmal einen Antrag stellte, um in Hessen einen Rothirsch zu erlegen, beantragte er ausdrücklich ein geringes Stück. Die Bitte wurde gewährt – und dann entpuppte sich der Ausflug nach Hessen noch als Familienzusammenführung. Ausgerechnet das Revier seines Cousins wurde ihm für die Pirsch auf den Hirschen zugewiesen.

Doch zum Naturerlebnis brachte in all den Jahren die Jagdleidenschaft noch ein andrer Vorteil für Norbert Schücking: Immer genug Wildbret für seine Familie und sich. Sein Leibgericht bleibt jedoch das „Wiener Schnitzel“.

Irgendwann zollte er dann seinem Alter Tribut und legte Büchse und Flinte beiseite – das Faible für die Natur aber blieb bestehen. Statt mit Waffen zieht er seitdem mit dem Feldstecher durchs Revier, nicht mehr ganz so lange Wege und mit manchem Päuschen, in dem er seine Umgebung genießt. Im Winter trifft er sich regelmäßig einmal im Monat mit seiner Jagdgemeinschaft im Hegering III, und im Sommer stößt er hinzu, sobald der gesellige Teil beginnt.

Seine Einsicht und Lebenserfahrung aus 105 Jahren: „Die Natur macht immer, was sie macht. Sie verändert sich. Panta rhei – alles fließt, wie die Griechen sagen. Wir können ihr Teil sein – aber groß ändern können wir sie nicht.“

Norbert Schücking

Ein langes Leben mit unendlich vielen schönen Momenten und und wunderbaren Freundschaften – das brachte die Jägerei für Norbert Schücking aus Elmshorn

Kreisjägerschaft Pinneberg:
Die Kreisjägerschaft Pinneberg ist ein eingetragener Verein und Mitglied im Landesjagdverband Schleswig-Holstein.
Jäger, Jagdberechtigte und Naturliebhaber setzen sich in acht Hegeringen für das Gleichgewicht und die Vielfalt in der Natur sowie den Natur- und Artenschutz ein.

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