Säen und pflanzen fürs Insektenwohl

Mitglieder der Kreisjägerschaft Pinneberg setzen stark auf Blühstreifen – zwei Beispiele aus Holm und Heist

Holm/Heist. Die natürlichen Zusammenhänge sind leicht verständlich: Wo Pflanzen in großen Variationen wachsen, haben Insekten gute Ernährungsbedingungen, wodurch wiederum viele andere Tiere, insbesondere Vögel, satt werden. Als Ergebnis steht die Artenvielfalt. Deshalb sind die Jägerinnen und Jäger im Kreis Pinneberg an vielen Orten aktiv, um Blühstreifen anzulegen. Zwei Aktionen in Heist und Holm sind exemplarisch.

In Heist agieren die Jäger in großer Gemeinschaft mit Landwirtschaft und Baumschulen. Baumschuler Helmut Röttger hatte im vorigen Jahr die Initiative ergriffen: „Wir müssen umdenken, etwas gegen den dramatischen Verlust der Artenvielfalt tun und der Natur etwas zurückgeben.“ Die Jäger sind mit an Bord und insgesamt acht Landwirte und Baumschuler. Seit Aktionsstart im vorigen Jahr haben sich die Blühflächen auf 3,5 Hektar verdoppelt: Streifen von drei bis sechs Metern Breite entlang von Knicks, Gräben aber auch komplette Flächen von bis zu einem Hektar Größe gehören dazu, insgesamt sind es 20 unterschiedliche Standorte über die komplette Heistmer Feldmark verteilt. Alle Flächen wurden freiwillig zur Verfügung gestellt. Saatgut und Aussaat wird durch Landwirte, Baumschulgärtner und Jäger finanziert. Es fließen keine Subventionen.

Schon zur guten Tradition haben sich Pflanzaktionen der Jägerschaft in Holm entwickelt. Seit Jahren sorgen sich die Jägerinnen und Jäger ums Grün. Die aktuelle Vielfalt: Je 50 Haselnuss-, Schlehen- und Weißdornpflanzen wurden auf Flächen gesetzt, die Jan Ladiges und Detlef Kleinwort zur Verfügung gestellt hatten, dazu je 30 Kreuzdorn, Wildrose, Pfaffenhütchen, Öhrenweise, Kornellkirsche, Sanddorn und Äpfel, Pflaumen- und Birnenbäume, die von Baumschulen gespendet worden waren. Rund 100 Arbeitsstunden und etwa 1000 Euro setzten die Jäger dafür und die Anlage von Blühstreifen ein. Und ganz nebenbei wurden auf den Flächen alte Stacheldraht- und Baumschulzäune entfernt.

So wie in den beiden Gemeinden sind im Kreis Pinneberg vielerorts Jägerinnen und Jäger im Einsatz. Insgesamt haben sich aktuell zehn Reviere beteiligt, 250 Kilogramm Saatgut wurden auf rund 15 Hektar ausgebracht. Zusätzlich beteiligten sich Jägerinnen und Jäger bei anderen Aktionen wie beispielsweise „Schleswig-Holstein blüht auf“. Hans Wörmcke, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Pinneberg: „Während viele Politiker und Institutionen es oft bei schönen Worten belassen, nehmen die Jägerinnen und Jäger die Sache ganz praktisch in die Hand. Sie wenden viele Stunden ihrer Freizeit und auch oft eine Menge Geld auf. Das verdient Anerkennung.“

Gruppe der Akteure

Konzertierte Aktion in Heist: Helmut Röttger, (Baumschulgärtner im Ruhestand und Jäger von links), Hans Heinrich Carstens (Baumschulgärtner und Jagdpächter), Vieth Rene Both (Jagdpächter), Claus Riedemann (Landwirt und Jagdpächter), Christian Röttger (Baumschulgärtner und Jagdvorsteher), Heino Neu (Lohnunternehmer) sowie Hermann Suhl (Jagdpächter)..

Das Grüne kommt nach oben! Natürlich weiß der Nachwuchs der Jäger, wie Bäume gepflanzt werden. Detlef Kleinwort, Leiter des Hegering V, kann sich auf eine engagierte Truppe verlassen, wenn es ums Pflanzen geht.

Vorbereitung der Setzpflanze

Veröffentlichung honorarfrei, Beleg erbeten

Kreisjägerschaft Pinneberg:
Die Kreisjägerschaft Pinneberg ist ein eingetragener Verein und Mitglied im Landesjagdverband Schleswig-Holstein.
Jäger, Jagdberechtigte und Naturliebhaber setzen sich in acht Hegeringen für das Gleichgewicht und die Vielfalt in der Natur sowie den Natur- und Artenschutz ein.

Text als PDF-Datei und Fotos zum Artikel

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